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War das DDR?
Von Karoline | 7.Januar 2008
Die Premiere für “Das Wunder von Berlin” steht an. UiUiUi. Ganz schön aufregend.
Diejenigen, die diese Zeit in der DDR mit vollem Bewusstsein erlebt haben (also älter als ich sind, zu der mit ihren fünf Jahren die politischen Ereignisse und das Lebensgefühl von damals und die daraus folgenden Unterschiede nicht wirklich vorgedrungen sind) können doch mal ein Feedback geben, ob sie getroffen ist oder nicht.
Aber bitte echt ehrlich. Denn das ist ja das spannendste bei so historischen Stoffen: Ob man die Authentizität erreicht hat. Also, herstellen konnte.
Das würde mich wirklich mal interessieren, so unmittelbar. Und schließlich soll dieser Blog ja auch für mich was bringen.
Topics: Bildschirm
Tags: DDR, Premiere, Wunder von Berlin, ZDF

Am 7. Januar 2008 um 16:12 Uhr
Werde ich machen, aber bis zum 27.1. ist noch etwas Zeit.
Sobald ich ihn gesehen habe, werde ich mein Feedback abgeben.
lg Gerd
Am 7. Januar 2008 um 16:33 Uhr
Ausstrahlung am 27.1. 20:15 Uhr ZDF. Premiere ist aber schon am 15. Januar: http://www.thomas-kirchner-drehbuch.de/73.0.html
Am 8. Januar 2008 um 13:41 Uhr
War da zwar auch noch recht jung, gebe Dir dann aber auch mal eine Rückmeldung.
Viele Grüße, Marco
Am 13. Januar 2008 um 21:11 Uhr
also, am 18.01. gibt es noch ne premiere in leipzig im zeitgeschichtlichen forum, im anschluss ein gespräch mit regisseur, darstellern und anderen leuten. karoline wurde nicht genannt. schade eigentlich, da sie sich für das thema doch interessiert. allerdings muss sie ja eine diplomarbeit schreiben. da würde mich mal interessieren ob das thema stimmt, was tv movie veröffentlicht hat. wenn ja schreibst du, karoline, nur aus der sicht des schauspielers oder kommt die sichtweise des publikum auch zu wort?
Am 16. Januar 2008 um 11:13 Uhr
Wunder von Berlin…
Holger – Das ZDF lud gestern zur Premierenfeier für “Das Wunder von Berlin” in die deutsche Hauptstadt. Und ich durfte über den Roten Teppich vor dem Kino International an der Karl-Marx-Allee, die früher mal Stalin-Alle hie&#…
Am 18. Januar 2008 um 12:08 Uhr
Ahoi! Auch ich habe erst am 27.1. Gelegenheit zur Authentizitätsprüfung. *zungebrech*
Werde dann meinen Eindruck hier schreiben. Bis dahin kann ich nur was zu den bekannten Bildern sagen. Das Foto Hanna neben Anja! Anja mit blauer Strickmütze, Strickschal (die hätte ich zur Premiere aufgesetzt). Mir fällt die Makellosigkeit von Hanna auf (professionell geschminkt). Bürgerrechte werden ungeschminkt bewegt! Anja sieht authentischer aus.
Vielleicht verliert sich dieser Eindruck nach dem Sehen des Films. Selbst habe ich die Wende als pickliger Jugendlicher erlebt und die politische Überzeugung steckte schon als Pfahl im Herzen. Deshalb bin ich schon gespannt wie ein 7-jähriger vor Heiligabend, den Film mal zu sehen und ihn auf mich und meine Erinnerungen wirken zu lassen. (Wir hatten auch subversive “Neues Forum”-Treffen im eigenen Haus) Ich Berichte nach dem Sehen. Tschüß sagt man als Ossi
Am 27. Januar 2008 um 00:37 Uhr
Hallo Karoline, habe die Premiere im “International” gesehen. Der Film war großartig. Der erste “Wende-Film” zu dem ich das sagen würde. (Ich war 1989 21 Jahre alt). Für mich war der Film absolut authentisch. Nicht schwarz-weiß, sondern mit ganz vielen feinen Abstufungen. Im Buch, in der Regie, in eurem Spiel. Stimmig, nicht nur in den Ausstattungsdetails, sondern vor allem glaubwürdig mit den Facetten zwischen Rebellion und Anpassung (bei den Jungen), Idealismus und zunehmender Desillusionierung (bei den Älteren).
Und dann war dieser Abend, diese Premiere für mich auch ein ganz merkwürdiges Erlebnis, fast wie ein Deja-vu. Denn ich war am 9. November 1989 ebenfalls im “International”, zur Premiere von “Coming out” (auch da spielte Micha Gwisdek mit). Und hinterher über die Bornholmer Brücke nach Westberlin und zurück durchs Brandenburger Tor…
Jedenfalls: Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Film!
Wenn ich jemandem einen Film empfehlen müsste über die DDR, nur einen – es wäre dieser.
Alles Gute, Robert
Am 27. Januar 2008 um 21:55 Uhr
Hallo liebe Karoline,
ich persönlich habe die Zeit, genau wie du auch, nicht miterlebt. Ich bin 82er Jahrgang. Einige Arbeitskollegen, die aus der Umgebung Nordhausen stammen haben mir jedoch ähnliche Geschichten erzählt. Der Film läuft gerade nebenbei auf ZDF und ich bin schon jetzt so angetan, dass ich das einmal loswerden wollte. Soweit ich das beurteilen darf, finde ich den Film und auch deine Rolle als Anja, sowie dein schauspielerisches Können und das aller anderen als wirklich sehr gelungen. Ob natürlich alle weiblichen Personen so hübsch gewesen sind, wie im Film dargestellt, sei allerdings dahingestellt
Viel Erfolg weiterhin.
Tim
Am 27. Januar 2008 um 23:07 Uhr
Hallöchen,
zunächst mal find ich es unfassbar (in positivem Sinn), dass eine berühmte deutsche Darstellerin selbst bloggt. Sehr fein!
Nun zum Film: Ehrlich gesagt hätte ich bei dem Lineup doch etwas mehr erwartet, nicht von den Schauspielern, wohl aber von der Story. Die traurigste Szene war, als Opa ins Altersheim musste.. *schnief*! Der Arme, aber wenigstens hat er seinen Fernseher.. :’(
Ansonsten plätschert die Handlung so vor sich hin, ohne den Zuschauer authentisch an das geschichtliche Thema heranzuführen (abgesehen von den Originalaufnahmen). Wo jetzt das “Wunder” war, ist mir auch ein Rätsel. Ich muss allerdings zugeben, dass ich gerne Dokus sehe und deshalb wenig mit “fiktiven Dokutainment” anfangen kann. Schlimmer noch, wenn ein Tom Cruise einen deutschen Helden mimen soll *schauder*
Gesehen hab ich jedenfalls ein gut inszeniertes und bedrückendes Familiendrama mit hervorragenden Schauspielern, wobei aufgrund des Titels eigentlich das Thema verfehlt wurde.
Da einem bei Karoline generell das Herz höher schlagen muss
, kann man darüber aber hinweg sehen.
Liebe Grüße aus dem Süden
Seb
Am 28. Januar 2008 um 05:36 Uhr
Hallo liebe Karoline,
ich habe ja am Anfang hier geschrieben, dass ich ein Feedback abgebe.
Als erstes, deine schauspielerische Leistung war Klasse. Du hast auf jeden Fall für mich besser als eine Frau Ferres gespielt.
Die Szenen wo du geweint hast, haben mich auch wirklich berührt.
Wobei ich alle Schauspieler sehr gut fand, jeder hatte perfekt in seine Rolle gepasst.
Nun zum Film selber.
Wieso er nun gerade “Das Wunder von Berlin” heißt, ist auch für mich ein kleines Wunder.
Natürlich war das Wunder auf den Mauerfall bezogen, aber es ging ja mehr um dieses Familienschicksal.
Ansonsten fand ich den Film gut, auch vom Inhalt her.
Ich habe mich in vielen Szenen und Originalaufnahmen, wieder nach 1989 zurückgesetzt gefühlt.
Diese Angst immer vor dem MFS zu haben, die Demonstrationen, Botschaft Prag, eigentlich alles.
Aber auch gut fand ich, dass gezeigt wurde, wie seltene Ware unter dem Verkaufstisch verkauft wurde, an bestimmte Menschen. Der soziale Zusammenhalt unter den Menschen, die gegenseitige Hilfe, alles kam für mich sehr gut herüber.
Das einzige was ich wirklich an Kritik habe, ist der Wandel von Marco.
Es kam unglaubhaft für mich herüber.
Was hier gedreht wurde, ist schon die DDR gewesen.
Ich danke dir Karoline, für einen schönen Fernsehabend und ich habe mir den Film auch aufgenommen.
Wird dazu auch eine DVD im Handel erscheinen?
Liebe Grüße und viel Erfolg dir weiterhin.
Gerd
Am 28. Januar 2008 um 08:52 Uhr
Hallo,
erstmal möchte ich mich bedanken das hier jemand ein Blog führt das mich in die Welt der Reichen, Schönen und Wichtigen expediert.
Nun zum Film, doch erst zu mir:
ich war zu jener Zeit Schüler und ein paar Jährchen jünger als die Protagonisten, jedoch politisch in der Schule engagiert (speziell nach Verbot des Sputniks, falls das jemandem etwas sagt).
Der Film hat mir schon ganz gut gefallen, er war auf alle Fälle ein besserer Versuch als frühere Produkte. Jedoch führt die verständliche Tendenz zur Dramatisierung zu einem Abbild der Wirklichkeit die dann doch zumindest an meinem eigenen Erleben vorbeigeht. Für mich war die DDR weit banaler. So führte etwa mein schulischer Protest gegen das Verbot des Sputniks und der Austritt mehrerer Schüler aus der DSF (Deutsch- Sowjetische- Freundschaft) zu keinerlei Konsequenzen. Der mir bekannte Stasi- Offizier, Vater eines Mitschülers, hatte eine mir bis heute im Gedächtnis hängengebliebene Propaganda- Lehrstunde gehalten, ansonsten war er allerdings ziermlich umgänglich und sogar diskussionsbereit (im Rahmen seines Weltbildes).
Auch die Demonstrationen ‘89 verbinde ich zwar mit Angst und Nervenkitzel, Polizei, Stasi und die örtliche Offiziersschule (!) jedoch verhielten sich absolut deeskalierend und waren kaum präsent.
Wenn ich mal einen schiefen Vergleich wagen darf: der IMHO beste deutsche Film, Das Boot, war gerade dadurch erfolgreich weil er zu 90% Langeweile darstellte und so das wahre Leben dieser Leute weit besser einfing als jeder Hollywood- Blockbuster mit Explosionen am Fließband. Ähnlich war das mit der DDR. Für den gemeinen Ossi war das Leben langweilig, banal und fand im Privaten statt. Dramatische Konfrontationen mit der Staatsmacht gab es, selbst ‘89, eher wenige. Die Kunst besteht halt darin aus diesem Sujet irgendwie einen Film zu machen. Das können nicht viele.
Und PS: Deine darstellerische Leistung war hervorragend.
Am 28. Januar 2008 um 11:40 Uhr
Pixelschieber hat nicht ganz unrecht. Die banalen Geschichten werden nicht gern erzählt. Und doch lassen sich in alltäglichen Geschichten, die jedem passieren können, Gefühle gut transportieren. Es interessiert nur keinen. Das Wunder von Berlin erzählt eine fiktive Geschichte mit dem Versuch wahre Beziehungen zu realen Vergangenheit zu stricken (Tilo Koch). Vielleicht ist der Fokus zu sehr auf diese überfrachtete Familiengeschichte gerichtet, die in weniger als zwei Stunden erzählt werden muß. Das Wunder von Berlin berührt und ist in der Ausstattung, in der Wahl der Charaktere in der Spielfreude der meisten Schauspieler, in der Sprache, in der Präsenz und Dichte wirklich gut gelungen und authentisch. Und doch war das nicht die DDR. Der Stoff hat dem Wesen der DDR zu wenig Zeit gegeben sich zu zeigen. Die Geschichte reißt im Zuschauer mehrere Gefühlsbaustellen auf: Dopingfall Marco, zerrissene Ehe Jürgen und Hanna, Staatsgewalt gegen Punkbewegung, Rolle des MfS, Liebesgeschichte Anja und Marco, Veterinär Walter, Anjas Vater, Anjas Geschichte/Akte, Bewegung neues Forum, Mauerfall, Militär und Volkeswille, das Leben in der DDR, der Bezug zur Geschichte von Tilo Koch. Geschichtlich und emotional saß ich in einem Rennwagen als Beifahrer und sah den Parcours nur verschwommen. Massenhaft Schnitte, dokumentarische Auszüge schießen auf den Zuschauer, der mit dem Einordnen nicht fertig wird. Gott sei Dank es gab Opa! Er ist die Mitte des Films. Er und sein Fernseher halten den geschichtlichen Faden in der Hand. Um die Beiden kreisen die Gefühlsbaustellen wie Satelliten. Oder wie Sputniks? Was will der Film dem Zuschauer erzählen? Menschen die ihre Geschichte in der großen Geschichte der Menschheit erleben? Das Wunder, daß die Militärmacht nicht auf die eigene Bevölkerung schießt wie in China? Meine Fragen: Warum wurde nicht geschossen? Wo sind die Idealen von Jürgen und Hanna? Hatten diese Ideale eine Berechtigung?
Weißt Du was, Karoline? Ich habe mich beim Sehen gefühlt wie Deine Anja im Film. Wie ein Verliebter, der ein Ziel sucht, den Weg energisch verfolgt und den die Liebe, die eigene Geschichte und die Veränderungen in der Gesellschaft überwältigen.
Damit ist doch viel erreicht, oder?
Das die Banalität unglaublich unter die Haut gehen kann zeigt der Film “Lichter” zum Beispiel auf eine unglaublich subtile Art. Devid Striesows ‘Ingo’ ist kaum zu übertreffen. Der Charakter ist dem Betrachter so nah, daß die wackelige Kamera Nebensache wird.
Bei Ihr wird jeder…, zahm?
Bei das Wunder von Berlin wackelt nix und trotzdem bleiben die Charaktere viel weiter weg.
Außer Anja!
Hoffe, der Blog unterstützt Dich!
Ahoi
Am 28. Januar 2008 um 14:22 Uhr
Der Vergleich mit dem Rennwagen ist zutreffend. Jedoch spiegelt sich darin auch die enorme Schnelligkeit der Wendeereignisse. Zumindest habe ich dieses damals im Alter von 17/18 Jahren so wahrgenommen. Ich kann bis heute nicht genau einordnen was 1989/90 um mich herum geschah. Ich habe mir den Umbruch herbeigesehnt und erlebte die Ereignisse in einer kleinen sächsischen Stadt. Gerade eben als Bausoldat gemustert (nicht in der FDJ usw.), bin ich bei der ersten Demo in meiner damaligen Heimatstadt dabei gewesen. Ich kann heute noch die Anspannung fühlen. Aber nach einer kurzen Zeit überschlugen sich für mich die Ereignisse. Vieles habe ich bis heute nicht einordnen können. Durch den Film werde ich nun wieder einmal genötigt darüber nachzudenken (irgendwie spannend – man könnte sicherlich stundenlang darüber reden).
Am 28. Januar 2008 um 15:25 Uhr
Klar, Christian, die Schnelligkeit hat einen eigenen Reiz und ist vielleicht sogar gewollt. Und was 88/89 passierte ist in der gesellschaftlichen Zeitgeschichte ein Fingerschnip (zeitlich) und in den Auswirkungen jahrhundertprägend.
Der Film ist auch nicht zu schnell um ihn zu verstehen.
Karolines Frage: “War das DDR?” An der Requisite konnte ich nix zu mosern finden. Aber DDR? Die Menschen waren den Umständen angepasst. Das war auch zu sehen. Trotzdem fehlt mir was an der DDR. Die DDR war mehr als das was zu sehen war. Ging Hanna deswegen nicht mit Anja über die Grenze? Oder nur aus Verbundenheit zu Jürgen? Aber sie hat Anja auch von dem Mehr erzählt. Dieses Mehr kam zu kurz, wenn der Film den Anspruch hatte das Wesen der DDR zu erzählen. Für das Stundenlange darüber reden nimmt sich heute niemand die Zeit. Ich muß jetzt auch weitermachen sonst wird die Arbeit nicht fertig. *keuch*
Am 28. Januar 2008 um 15:28 Uhr
Hallo Karoline,
einfach genial Deine Darstellung im Wunder von Berlin. Obwohl ich Frau Ferres und Herrn Ferch für wirklich sehr gute Schauspieler halte, nervt es langsam, wenn in fast jedem geschichtsträchtigen Stück die gleiche Besetzung aufgeboten wird.
Umso erfreulicher war es, mal ein neues Gesicht zu sehen, mich hat sehr beeindruckt wie glaubwürdig Die Darstellung der Anja rüber kam.
Ich bin 42 und bin einerseits frohn darüber, die Wende wirklich miterlebt zu haben, andererseits begreife ich wohl erst jetzt was in diesen Tagen wirklich los war.
Auch wenn Dir das jetzt wahrscheinlich egal sein wird, ich hoffe jedenfalls mehr von Dir zu sehen und ich wünsche mir, dass es noch ewig dauert, bis Dich die Klatschmagazine dirndelbekleidet auf der Wiesn im Käferzelt ablichten
Alles Gute,
Rolf
Am 28. Januar 2008 um 16:39 Uhr
als karoline im letzten jahr bei der vorbereitung nach info gefragt hat, wusste ich nicht wie dicht ich am inhalt dran war. ja es ist genau meine zeit und deswegen hat mich der film sehr nachdenklich gestimmt. da ich bei der premiere nicht eingeladen wurde (skandal
) und bei der premiere in leipzig noch unterwegs war, habe ich wie viele andere auch das wunder erst am sonntag bewundern dürfen.
also, wenn die berliner alleine die mauer zufall gebracht hätten würde ich beim filmtitel zustimmen. aber wunder und helden gab es 1989 für mich in einer anderen stadt. ein anderer filmtitel und die sache würde besser passen. schauspielerisch, erste sahne. man kann auch nicht von haupt- und nebenrollen sprechen da jede filmfigur gleich behandelt wird. beeindruckend fand ich den schauspielerischen vergleich zwischen einer frau ferres und einer frau herfurth. beide waren für mich sehr gut. aber der unterschied ist, frau ferres spielt die rolle, eine frau herfurth lebt die rolle. schon klasse, wie karoline sich reinsteigern kann. ob sie im theater genauso gut ist? der letzte theater besuch war in meiner schulzeit und da bin ich bald rausgeflogen, weil ich gelacht habe. so sinn se die theaterleute, erst spielen sie was komisches und dann darf man nicht lachen.
beim filminhalt hatte ich nach holger´s ersten tv-bericht das schlimmste befürchtet, sein premiere bericht (köstlich) war inhaltlich weniger streng. im film wird auch alles rein gepackt was ging, wie bei einer strichliste wird jedes verbrechen und jeder monat abgedreht. und wie bei den rollen bekommt jeder monat und jedes verbrechen die gleiche filmzeit. hat den vorteil es wird nie langweilig. der nachteil die beweggründe kommen viel zu kurz und bevor man sich damit auseinander setzt kommt der nächste höhepunkt. wie bei einen actionfilm wo eine actionszene nach der anderen kommt und am ende hat man alles wieder vergessen. vielleicht wäre ein zweiteiler besser gewesen. mir ist aufgefallen es gibt fotos mit karoline im krankenwagen als schwester, entweder gab es die szene nicht oder ich habe geschlafen. insgesamt ein sehr guter film und es ist wichtig das es solche filme gibt. einige szenen waren sehr gut gelungen wie der verkauf unterm ladentisch oder wo karoline die sporturkunde in den händen hält und der meinung ist, so was kommt an die wand, da musste ich lachen, so was war zu 100 % ddr. auch viel mir die wahl wieder ein. ein zettel, falten und abgeben. damals habe ich mich doch sehr darüber gewundert (meine erste wahl). ich fragte meine mutter, was daran demokratisch sei, was ist wenn ich mit einen kandidaten auf dem zettel nicht einverstanden bin, antwort: frag nicht. anderes fand ich überspitzt, wie z.b. die bücherverbrennung.
im anschluss sah ich noch die dokumentation über tilo koch und bin froh das seine lebensgeschichte nichts mit dem film zu tun hat. ich hatte vorher seine kolumne in der bild gelesen (steht im internet, kaufen tu ich das wurstblatt nicht) und verstehe nicht wie so einer, so viel aufmerksamkeit bekommt. nur weil man eine stasierklärung unterschreibt und zur armee geht heißt das ja nicht gleich das man sein hirn ausschalten muss. nur weil man eine musikrichtung liebt bedeutet das noch lange nicht man protestiert gegen den staat. zitat „meine kumpels und ich begannen den aufstand im kleinen. im bus blieben wir sitzen, wenn ältere damen einstiegen.“ bei dieser art von protestbewegung würden wir heute noch im bus sitzen. vielleicht galt der aufstand seinen eltern und nur er hat es nicht gemerkt. nach seiner aussage hätte er bis zum schluss die grenze verteidigt und geschossen, ein armutszeugnis. das einzige positive was ich an seiner geschichte abgewinnen kann ist die tatsache wie leicht man durch die propaganda in der ddr vom opfer zum mitläufer werden konnte. aber wie schon pixelschieber schreibt, man konnte auch in der ddr nein sagen. eine frage hat sich bei mir sofort gestellt. was wäre aus tilo koch geworden hätte es die wende nicht gegeben. vom mitläufer zum täter?
in der woche wo der film endet habe ich am montag wieder an der demo teilgenommen, mittwoch wurde ich in die nva eingezogen, donnerstag viel die mauer und es hieß gleich reisefreiheit gilt nicht für die armee, da hielt sich das wunder bei mir in grenzen. ich durfte aber den zerfall der armee beiwohnen, … was auch lustig war. so, jetzt habe ich auch alles rein gepackt was ging und mein buchstabenkonto total an die wand gefahren. die bloggöttin möge mir verzeihen. da werde ich in den nächsten wochen besser mal schweigen
Am 28. Januar 2008 um 17:39 Uhr
Das Wunder von Berlin…
Das Wunder von Berlin war sicherlich nicht das Wunder des ZDF. Vorher groß angekündigt und mit Vorschusslorbeeren versehen, war die Umsetzung doch eher ernüchternd. Der ganze Film riss nicht mit, lies mich als Beobachter, dem sonst gerad…
Am 30. Januar 2008 um 16:49 Uhr
Ich selber war zur Wende 13 Jahre alt und wohne in Berlin. Von einer fertigen politischen Prägung kann man in diesem Alter noch nicht ausgehen. In meinen Leben bis dahin, habe ich eher die Sonnenseiten des Sozialismus/Kommunismus kennengelernt. Die Schattenseite war, für mich damals, ich wohnte in Berlin: Da steht eine Mauer und und da kann man nicht rüber.
Im Laufe meines weiteren Lebens habe ich mich mit der Geschichte der DDR viel beschäftigt und auch die Schattenseiten gelesen. Ich finde der Film “Das Wunder von Berlin” als einen der Filme, welche die Ereignisse Wende sehr real darstellen, zumal dieser Film ja einen realen Hintergrund besitzt.
Weiter oben wurde nach dem “Wunder” gefragt. Für mich ist das Wunder, daß diese Revolution so friedlich (vgl. China) abgelaufen ist und die Grenzsoldaten, nicht bis auf das Letzte die Grenze verteidigt haben. Dieses kam in diesen Film auch herrüber.
Die Leistung der Schauspieler fand ich Klasse, nur die Ideologie von der Person die Veroika Ferres spielet konnte ich nicht direkt einordnen.
In einer Kritik, auf einer Website, wurde bemängelt, das in diesem Film zu viel “Berliner Dialekt” gesprochen wird. Ich sagte: das gehört dazu.
Einen Punkt, der mir aufgefallen ist. Menschen die die Geschichte und die Wende nicht direkt miterlebt haben, haben mitunter Schwierigkeiten den Film in Gänze zu verstehten. Meine Frau hat mich öfters nach Hintergründen gefragt, die sie nicht verstanden hat, da viele Sachen gezeigt wurde, die ohne Hintergrundwissen vollkommen falsch interpretiert werden können.
Mein Fazit: Sehr empfehlenswerter Film
Am 30. Januar 2008 um 23:42 Uhr
Hi,
werde mir den Film auf jeden Fall anschauen, obwohl Berlin ´89 wirklich ziemlich lahm war. Leipzig war rebellischer.
Beweis:
http://www.jugendopposition.de/fileadmin/Redaktion/Bilder/Bildergalerie/g_MDA_Fo_17850.jpg
Ich freue mich über Dich.
Mathias
Am 2. Februar 2008 um 16:35 Uhr
Hallo Karoline,
da ich das Wunder von Berlin im Fernsehen verpasst habe (musste arbeiten) und mein DVD Recorder sich gewerhrt hatte es aufzunehmen, musste ich mir erst die DVD vom ZDF schicken lassen, bevor ich mir den Film gestern hab ansehen können. Schauspielerisch fand ich euch sehr gut (ich spiele selbst Laientheater) was das historische angeht, habe ich lieber meine Großeltern gefragt, weil ich auch nur ein Jahr älter bin als Du. Meine Großeltern waren beide 1989 bei den Friedensgebeten und den anschließenden Demonstrationen in Leipzig dabei und waren entäuscht, das mit keiner Silbe erwähnt wurde, das die Initiative für die daraufhin in der ganzen DDR stattfindenden Demos von dort kam und nicht aus Berlin. In der einen Szene in der Kirche, sagt spricht der Pfarrer von Demonstrationen gegen die Manipulierte Wahl, doch das ist nicht richtig, die Menschen hatten für und gegen viel mehr demonstriert, sie wollten ihr Land verändern. Mein Großvater, der selbst Mitte der sechziger Jahre in Berlin an der Mauer war, hat hierzu leider nur gesagt: “Das war ein Film und keine Dokumentation, mit der Wirklichkeit, hat das nichts zu tun.” Leider hat er auf weitere Fragen hierzu nicht mehr geantwortet, ich glaube er redet überhaupt nich so gern über diese Zeit. Ich denke, es ist nicht einfach, einen Film über eine Zeit zu machen, wo noch viele Zeitzeugen leben, die diese Zeit aus ihrem ganz persönlichem Blickwinkel sehen, aber es ist um so wichtiger autentisch die Erinnerung wach zu halten, um die Zeit nicht zu vergessen oder gar zu verklären, denn wie viele der heutigen Schüler, also Menschen, die erst kurz nach dem Ende der DDR geboren wurden haben bereits ein verklärtes Bild und forden die Mauer und die DDR zurück.