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Sex And The City
Von Karoline | 18.Juni 2008
Ich habe ihn jetzt zwei Mal gesehen und gehe auch noch mal rein. Ich finde, SATC vergisst man immer gleich wieder und kann man deshalb immer wieder von vorne gucken. Ich muss gestehen, die Serie war nicht ganz so verkleidet und vordergründig labellastig, da hatte man das Gefühl, das passiert eher so nebenbei. Und das Verhältnis der Vier war auch irgendwie ausgewogener. Aber der Film macht trotzdem Spaß.
Allerdings gibt es zwei Dinge, die ich so unglaublich unkorrekt finde, dass ich etwas dazu sagen muss.
Zum Einen wird die mit 50 unglaublich gut aussehende Samantha wegen eines vermeintlich vorhandenen Bauchs gefragt, wie sie ihr Zunehmen denn bitte nicht bemerkt habe, und von Carrie ganz besorgt-skeptisch, ob sie denn damit glücklich sei. Während Kim Cattral die ganze Zeit nach vorne gebeugt sitzen muss, damit sie überhaupt zwei Speckröllchen rausquetscht. Und der Zuschauer soll sich das Zunehmen bei ihr denken? Oder sind das jetzt die Maßstäbe? Das zwei Speckröllchen am Bauch Unglück heißen? Also echt. Das ist doch gefährlich, jemanden wie Kim Cattrall als dick darzustellen und dann die Freundinnen so bescheuert reagieren zu lassen.
Und zum Anderen die Geschichte mit den Tierschützerinnen. Ich persönlich würde nie Pelz tragen, außer er ist aus Brandenburger Hasen. Aber die Stilikonen Pelz tragen zu lassen und die Tierschützerinnen wie ungeliebte, durchgeknallte Tanten auftreten zu lassen, finde ich ein ziemlich fragwürdiges Statement. Auch, wenn diese Szene nachgestellt ist. Ich würde sagen, so etwas kann man nur dann so weltfremd vertreten, wenn man in den unrealistischen Modemillionenhimmel abgehoben ist, wo eh andere Maßstäbe gelten und wo für die Gottheit Mode ruhig auch ein paar Tiere sterben können.
(Das Letze ist ironisch gemeint, falls das schriftlich nicht zu bemerken ist. Nicht, dass jemand hinterher schreibt, ich hätte diese Meinung!)
Topics: Leinwand, Nachgedacht
Tags: Pelz, Schönheit, Schlankheitswahn, Tierschutz

Am 18. Juni 2008 um 20:24 Uhr
Deine Kritik finde ich voll und ganz berechtigt. Es sind sogar gerade die Punkte, die sich bei mir nachhaltig einprägen.
Mit der kritischen Sicht dreimal in den Film – da zeigt sich der echte Fan!
Am 18. Juni 2008 um 23:28 Uhr
Hallo Karoline!
Danke für deine professionelle Einschätzung. Ich stehe ja geschlechtsbedingt eher nicht in der Gefahr, diesen “It-Film” sehen zu müssen, kann deine Anmerkungen aber gut nachvollziehen. Hier werden gefährliche Tendenzen in der “Fäschenwelt” forciert. Natürlich wird jetzt wieder kommen “ist doch ne Comedy, die setzt auf Lacher, wissen wir doch alle, was politisch korrekt ist”. Viele wissen es aber anscheinend doch nicht und bekommen dann durch so etwas ein falsches Bild.
Sehr bezeichnend fand ich auch die Information, dass die anderen drei eine Extraprämie bekamen, um nochmal mit Kim Cattral zusammenzuspielen. Vielleicht nur ein Gerücht, aber das kann ich mir gut vorstellen. “Zickenkriiiiiieg!”
Die Ironie war übrigens sehr gut zu bemerken.
Alles Gute
der Jörn
Am 20. Juni 2008 um 21:40 Uhr
Tjaaa, ich hab ihn auch schon gesehen. Mit ner Freundin, wie’s sich gehört
Jetzt wo ich drüber nachgedacht habe, ist mir erstmal aufgefallen, dass man tatsächlich viel wieder vergisst! Aber wir haben uns trotzdem sehr gut amüsiert…Schon während des Films haben wir allerdings gedacht, SJP ist soooo dünn, regelrecht mager!! Das lässt sie viel älter wirken, als sie ist. Und ein gutes Vorbild ist das wohl auch nicht. Ich meine, Mädels in unserem Alter sind vielleicht schon über die Phase hinweg, sich solche Figuren als Vorbilder zu nehmen, bzw. sich solche Aussagen wie die über Samantha so zu Herzen zu nehmen, aber dennoch! Ich denke auch, dass ist einfach gefährlich! Es gibt schließlich eh schon so viele Frauen, die an Essstörungen leiden. Dabei ist es doch viel wichtiger, sich mit seinem Gewicht wohlzufühlen und wenn man genügend Sport macht, ergibt sich das und eine vernünftige Figur ganz von selbst..
Sooo, dann mal noch einen schönen Abend! Ab heute ist ja Filmfest hier in München. Hast du auch geplant zu kommen? Ich freu mich schon, gleich morgen Abend kommt ein Fernsehfilm, u.a. mit Ken Duken in der Hauptrolle. Und das Wetter ist auch endlich gut, zum draußen Essen gehen, bevor der Film anfängt! Kann man nur hoffen, dass es bis Mittwoch hält, das gestern auf der Leopold soll schließlich nur der Anfang gewesen sein
Viele liebe Grüße,
Cat
Am 23. Juni 2008 um 22:37 Uhr
ohja, es war wirklich zu spüren, dass sich alle Designer dieser Welt um ein Placement in der Leinwandversion gerissen haben müssen… und keiner was dagegen hatte. Dennoch, die Vogue-Sequenz mit den vielen wunderbaren Hochzeitskleidern war ja wirklich ein Genuss!
Dass Samantha in LA “so big” geworden sei, fand ich auch ziemlich dämlich.
Grundsätzlich find ich den Film aber gut gelungen, auch wenn das Serienformat den Frauen und ihren Freundschaften irgendwie mehr Spielraum gab. Trotzdem, das Schöne: Am Ende vom Lied steht LOVE. Und die hat mindestens Großleinwand und Spielfilmlänge verdient. Ach, wärs doch nochmal vor 10 Jahren und die Serie finge gerade erst an! – Aber wie schon festgestellt, man kann ja immer wieder von Staffel 1 an mit ihnen fühlen und lernen und lachen… als wüsste man gar nicht wie Big wirklich hieße.
Viel Spaß in Hollywood, zeigs ihnen.
xxx
krisi.
Am 1. Juli 2008 um 02:37 Uhr
Wer den Schlankheitswahn in Sex and the City kritisiert, auf seiner website aber Werbung fuer Schlankheitskuren (bis zu 16kg in 4 Wochen abnehmen)macht, misst meiner Ansicht nach mit zweierlei Mass. Habe gerade Eine andere Liga im ZDF gesehen und war beruehrt…merke aber das bloggen wohl nichts fuer mich ist.
Adieu
Am 1. Juli 2008 um 08:19 Uhr
Lieber Georg, jetzt muss ich aber Karoline Herfurth in Schutz nehmen: Die Werbung stammt, wie groß und deutlich drüber steht, von Google, und wenn Google Beiträge in denen Worte wie Bauch, Speckröllchen, Zunehmen vorkommen zum Anlaß nimmt, um Schlankheitsmittelchen anzupreisen, dann ist das schlecht, aber nun mal nicht zu verhindern. Karoline Herfurth hat da nun wahrlich keinen Einfluß drauf, was da angezeigt wird.
Am 1. Juli 2008 um 10:26 Uhr
Liebe Karoline,
ich weiss dass hier eigentlich Kommentare zu Deinem Blogeintrag hingehören. Aus aktuellem Anlass missbrauche ich den Bereich hier einfach.
Gestern abend wollte ich gerade ins Bett, als ich mich entschloss, noch einmal kurz herumzuzappen. Beim ZDF und Deinem Film “Eine andere Liga” bin ich dann hängen geblieben. Es lag nicht nur an dem tollen Drehbuch, sondern besonders an Deiner schauspielerischen Leistung. Da hast mich 90 Minuten berührt, belustigt aber vor allem beeindruckt. Ich war gefesselt und musste einfach dabei bleiben. Vielen Dank dafür!
Liebe Grüße
Andre
Am 1. Juli 2008 um 13:20 Uhr
Hi,
ich komme gleich zur Sache: wer irgendwann einmal angefangen hat sich ernsthaft Gedanken über das Leben zu machen und im Sinne von Kant ein wenig selbständig über Dinge nachzudenken, dem sollte klar sein, dass SATC ein oberflächlicher Schrott ist und die daran Mitwirkenden sich keinen Meter darum kümmern was für eine Wirkung ihre Serie/ihr Film auf andere hat, da geht es nur um die Quote. Wenn man Filme wie “Eine andere Liga” wirklich versteht und sich zu den schönen Gedanken bekennt, die sich darin wiederspiegeln, sollte man einen solchen Müll (wie SATC)konsequent ignorieren und sich um wichtigere Dinge im Leben kümmern!!! Und es gibt immer, absolut immer (!) etwas wichtigeres, schöneres, ECHTERES und besseres zu tun als eine so unkritische, falsche, verlogene Serie mitzuverfolgen! Zeit ist eine so wertvolle Ressource (auch das kommt in “Eine andere Liga” zum Ausdruck), dass auch ein gesunder Mensch “wie Du und ich” sie so nicht verschwenden sollte! Da ist ein schönes Buch allemal besser. Ungeschlagen auf Platz 1 steht bei mir aber immer noch das echte Leben, Freunde und Familie zu treffen, sich ernsthaft zu verlieben, zu reisen, andere Länder und die Menschen dort kennen zu lernen, sich dafür zu engagieren das Gute in der Welt zu fördern und vieles mehr, was dieses faszinierende Leben für uns bereit hält!!!
Grüße
Martin
Am 2. Juli 2008 um 10:06 Uhr
@martin: wie arm muss das leben sein, wenn man keine zeit verschwendet, wenn man keine freude an den einfachen sinnlosen dingen im leben findet – immer auf der suche nach dem anspruchsvollen? wenn man nicht fähig ist abzuschalten und wie arrogant muss es erst sein anderen genau dieses vorzuwerfen welches man selber nicht fähig ist. ich bin selbst kein fan von dieser alt weiberserie (ich weiß ein aufschrei) aber immer nach der hohen kunst zu leben, respekt wenn es dich glücklich macht. gönne aber anderen leuten den spaß im leben.
Am 2. Juli 2008 um 23:44 Uhr
@david: Hi David, vielleicht war mein Kommentar missverständlich. Ich wollte niemandem etwas vorwerfen, sondern höchstens auf etwas aufmerksam machen! Auch ich verbringe meine Zeit nicht immer mit super sinnvollen Dingen (sonst würde ich wohl gerade was anderes machen:-) ).
SATC ist mir dann aber doch eine Nummer zu oberflächlich und verlogen bzw. der Widerspruch zw. SATC und den schönen Gedanken aus “Eine andere Liga” etwas zu krass und grundsätzlich. Der Film sagt ja quasi das Gegenteil von dem aus, was SATC verkörpert. Und da geht es nicht um Geschmack oder darum, dass mir der Tiefsinn bei der Serie fehlt, sondern um eine grundlegende Haltung, die damit verbunden ist.
Wie auch immer, nachdem ich mir den Film (Eine andere Liga) vorgestern angesehen habe (den ich sehr süß fand) war ich neugierig, wollte nur kurz auf diese Seite schauen, war dann doch etwas enttäuscht und bin heute zum letzten Mal hier gewesen.
Grüße
M
P.S.: Übrigens, seitdem ich Dinge mehr hinterfrage ist mein Leben nicht ärmer, sondern viel intensiver únd reicher geworden, hat an Qualität gewonnen, ich habe jede Menge Spaß, aber auch gerlernt, dass Spaß nicht alles ist.
Am 13. Juli 2008 um 15:09 Uhr
Izvenyayus schlechtem Deutsch. “Sex and the City” – eine Kinder-Märchen, und die Hauptfiguren auch dort, Mädchen (Blick von Moskau).
FP: Parfum erinnerte sich nur, weil Ihre Rolle. Viel Glück und mehr solcher Rollen.
Am 17. November 2008 um 18:18 Uhr
viel schlimmer finde ich, dass firmen (…) (antifur-campaign.org) immer noch pelze verkaufen, wohlwissentlich, welchen einfluss sie auf die modebranche haben. Genauso indifferent verhalten sich da die vielen “stars und sternchen”, die Kleidung dieser firmen tragen und damit einen konzern undstützen, der Tiere auf sog. “pelzfarmen” einsperren und ermorden lässt, damit aus ihrer Haut kleidung genährt werden kann. Die Schauspielerinnen haben zwar auch eine Wahl und sollten sich weigern, echte Pelze zu tragen oder derartige wie von dir beschrieben Szenen zu spielen, aber die wirklich “profikiller” sind die Unternehmen, welche diese Kleidung verkaufen.