« Premiere Sex and the City | Home | Deutscher Filmpreis »
Premiere Liliom
Von Karoline | 27.Mai 2008
Ich war so aufgeregt wie schon lange nicht mehr in meinem Leben. Und ich hatte kein Gefühl für gar nichts mehr. Aber meine Mama saß im Publikum und Freunde auch und ich musste mich auch noch erinnern manchmal zu atmen und dann ging das.
Am Nachmittag wollte ich zur Entspannung reiten gehen. Mir ist dummerweise das Pferd davongelaufen mit mir oben drauf und sehr schnell. Das hat zur Absenkung des Adrenalinspiegels nicht beigetragen Also musste ich mich auf eine Wiese in die Sonne setzen, aber als mir dann drei Zecken die Hand hoch laufen wollten und bevor ich den Rest des Tages mit Zeckenpanik verbringen würde, habe ich mich einfach der Premierenhysterie hingegeben. Und irgendwie hat´s dann auch geklappt.
Ist schon anders, auf so einer Bühne. Die unmittelbare Reaktion vom Publikum. Und auch das unmittelbare Ausbleiben einer Reaktion. Ich habe auch schon die zweite Vorstellung hinter mir, da hatte ich das Gefühl, alles ist still und ich muss arbeiten und arbeiten um das Publikum von den Sitzen abzuholen. Jetzt freue ich mich auf die Nächste. Es ist toll, sich an alles zu erinnern und neu zu erleben.
Ich hab dann noch meinen Hotelschlüssel verloren und bis vier mit meinem Handy den Parkplatz abgesucht. Und ich war nicht betrunken.
Topics: Theater
Tags: Lampenfieber, Liliom, Weimar

Am 28. Mai 2008 um 13:47 Uhr
Das glaub ich Dir, dass Du da gut aufgeregt gewesen bist. Hat man Dir aber nicht angemerkt. Die Vorstellung hatte mir sehr gut gefallen.
Man sollte eben doch auf Parkplätzen die Leuchtkäferquote erhöhen, dann hättest Du Deinen Schlüßel wahrscheinlich eher gefunden.
Schöne Grüße.
gez. Alfons Bauer 3
Am 9. Juni 2008 um 16:52 Uhr
Hallo Karoline,
ich bin begeistert!! Ich kann nur sagen, wie toll es doch ist, eine Freundin zu haben, die in Thüringen wohnt
Wir waren gestern in der Vorstellung und ich habe noch nie eine so gute Alternative zum Fußball erlebt! Mir/uns hat die Vorstellung auch total gut gefallen!! Auch wenn ihr uns in der kleinen Sauna schon leid getan habt, auf der Bühne muss es ja noch heißer als im Zuschauerraum gewesen sein. Das Stück und die schauspielerische Leistung waren wirklich soo gut! Als Liliom gestorben ist, war man als Zuschauer auch ganz dabei. Merkt man das als Darstellerin? Und ganz toll war natürlich auch der Dirty Dancing Teil am Ende. Aber ist ja eh klar, dass mir das als leidenschaftliche Tänzerin so gut gefallen hat 
*neidisch guck*
Also ich kann nur sagen, dass sich der weite Weg von München wirklich sehr gelohnt hat! Auch wenn wir es vorgezogen hätten, die Rückfahrt heute auf der A9 in einem schönen, klimatisierten Mercedes C Klasse zu bestreiten, als in meinem kleinen Fiat Punto
Ganz, ganz liebe Grüße,
Cat
Am 10. Juni 2008 um 15:48 Uhr
Vielleicht interessiert es ja doch nicht nur mich, was die Schauspielerin Herfurth über Julie denkt und empfindet, nachdem sie sich in ihre Rolle versetzen mußte, sie geradezu verkörpert hat.
Jenseits der Schwadroneure der Presse, die sich mehr um die Reibung an der Polgar-Abweichung und die quotenträchtige Schwülstigkeit ihrer Texte kümmern, als sich die Charaktere anzusehen und deren aktuellen Bezug zur gesellschaftlichen Realität, frage ich mich wie es Nora Schlocker und den Schauspielern gelungen ist, den Figuren eine Aktualität einzuhauchen.
Glaubst Du es gibt Julie im Hier und Heute? Was ist die Botschaft ihrer Liebe zu Liliom für uns Zuschauer? Was macht Julie so hilflos?
Ich finde den Stoff, die Geschichte sehr aktuell und hoch interessant.
Die wahre Bühne des Darstellers sind die harten Bretter des Theaters. Erst dort wird der Rühmkorfsche Satz “Die Frage nach dem Sinn kennt keine Ruh. Wohl weiß ich, daß ich bin, doch nicht wozu.” mit Leben erfüllt und liegt nicht in Regalen verschlossener Bücher herum.
Also? Karoline? Sag mir, welchen Sinn hat Molnárs Geschichte von Liliom und Julie?
Ich muß aber zugeben, ich hab Dich in Weimar nicht gesehen. Hab nur drüber gelesen.
Ahoi