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Gretel Bergmann
Von Karoline | 12.August 2008
Wie berichtet, stehe ich wieder vor der Kamera - für eine Geschichte über Gretel Bergmann, die als Jüdin an den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin teilnahm teilnehmen sollte.
Gretel Bergmann lebt mit ihrem Mann Bruno Lambert in New York. Ich hatte leider nicht die Gelegenheit, sie persönlich kennen zu lernen.
Aber ich habe viel Material zur Verfügung, inklusive ihrer eigenen Biografie, was mir einen Schatz für diese Arbeit in die Hände gibt. Nämlich eine detaillierte Beschreibung ihrer Gefühle zu den Ereignissen durch sie persönlich. Das ist Gold wert. Aber auch eine Vorlage, die es erst einmal zu erfüllen gilt und ich hoffe, sie wird einverstanden sein mit dem Ergebnis.
Die Dreharbeiten haben begonnen und machen so viel Spaß, wie sie jeden Tag wieder eine Herausforderung darstellen, weil ich immer Angst habe, nicht authentisch genug die Zeit und Gedanken der Figur repräsentieren zu können.
Auch ist es etwas völlig anderes, eine fiktive oder eine reale Person zu spielen. Bei historischen Stoffen fühle ich mich immer in der Verantwortung, “historisch richtig zu spielen”, das heißt, möglichst viel über die damaligen gesellschaftlichen Kodes zu wissen und das Verhalten einer jungen Frau der damaligen Zeit zu studieren. Aber trotzdem muss man einen Mittelweg finden zwischen sich und der Figur, einen Schlüssel, der einem dieses Verhalten nahe bringt und “fühlbar” macht, sonst habe ich das Gefühl, wird die Figur seelenlos, wenn ich pur versuche, etwas Fremdes nachzuahmen. Man lernt nie aus.
Es ist schon unglaublich, wie aktuell gerade jetzt dieses Thema ist. Gretel Bergmann sagt in ihrer Biografie über die damalige Ereignisse Folgendes:
“Gegen die Bemühungen, die Spiele in Berlin ausfallen zu lassen, wandte sich nachdrücklich Avery Brundage, der Vorsitz des Amerikanischen Olympischen Komitees. Seine Behauptung, die Politik dürfe bei einer Olympiade keine Rolle spielen, mag ehrenwert gewesen sein, war aber angesichts der Situation in Deutschland auch naiv, kurzsichtig und in gewisser Weise infantil. Nicht die Befürworter eines Boykotts, sondern Hitler selbst hatte die Politik in die Olympiade gebracht.” (Ich war die große jüdische Hoffnung”, Gretel Bergmann, Haus der Geschichte Baden-Württemberg, S. 117)
Topics: Am Set
Tags: Dreh, Gretel Bergmann, Rolle

Am 12. August 2008 um 20:46 Uhr
Danke für die prompte Info zu meinem Kommentar. Klasse, dass Du Infos aus erster Hand bekommen hast. Vielleicht lernst Du sie ja zur Premiere kennen? BTW: Habt ihr im Ballhaus Berlin gedreht und mit den Halteverboten das Parkchaos angerichtet …;-)?
Es wird hier übrigens etwas lebendiger, wenn Du einfach kurz direkt (als Kommentar) auf Kommentare antwortest, dann musst Du auch nicht jedesmal einen ganzen Beitrag schreiben … schau mal hier: http://www.whudat.de sind die auf einander Bezug nehmenden Kommentare in vielen Posts ein Unterhaltungsmehrwert an sich.
Schick’ das Zitat von Frau Bergmann doch mal an unsere öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Wäre doch ein schöner Aufhänger für einen der Beiträge zum Thema “
BrotPolitik und Spiele” Ich denke Du kennst da bestimmt jemanden …:-)Am 25. August 2008 um 23:42 Uhr
Hier bloggt doch nicht wirklich ein Star. Dafür sind die sich doch viel zu fein!
Am 26. August 2008 um 10:06 Uhr
Tja Sven, da mußt Du jetzt ganz tapfer sein
Am 3. September 2008 um 09:10 Uhr
Siehste! Und nun sind die Olympischen Spiele in China lange vorbei, es gab Stimmen für Boykott und welche, die im Sinne der Sportler die Politik aus den Spielen raushalten möchten. Da wiederholt sich Geschichte. Wer weiß, vielleicht war auch ein Tibeter bei den Spielen 08 dabei, dessen Geschichte in 40 Jahren zu erzählen sein wird. Ich finde Deinen Absatz interessant, wo Du Dein ‘Spielen’ beschreibst. Fiktive oder reale Person… Vielleicht ist es gar nicht schlimm, die reale Person nicht zu treffen, bevor man ein Stück ihrer Geschichte spielt. Dann ist mehr Raum für den ‘Schlüssel’ zum ‘Mittelweg’. Oder würde es eher helfen sich in die Person versetzen zu können und die Seele der Figur form sich allein, wie von selbst, durch das spielerische Talent? Es muß spannend sein, solche Aufgaben zu haben, anzugehen, auszuprobieren, mit den Regisseuren Leben in die Figuren und das Spiel zu bringen. Wenn’s gelingt, macht es uns Zuschauer glücklich, das Ergebnis zu erleben…
Ich freu mich drauf!
Gruß
Heinz
Am 4. September 2008 um 00:18 Uhr
Hi,
Ich wünsch dir viel Glück bei den Dreharbeiten. Ich finde dass du eine grossartige Schauspielerin bist.
Gruss aus Luxemburg!
Chris Arend
Am 4. September 2008 um 01:33 Uhr
Hi,
man ich bin aufgeregt(wann kann man schon mal einem Star schreiben) also das hat ja jetzt nichts mit dem Film zu tun aber ICH finde dich Hammer =) also mehr kann ich nicht sagen.
Mein größter Wunsch wäre auch Schauspielerin zu sein auch wenn natürlich keiner denkt das ich das schaffe oder das das möglich ist.
but
nichts ist unmöglich
viel glück
wawa
Am 7. September 2008 um 17:16 Uhr
Kam durch Zufall beim Googlen auf diese Webseite.. Intressant mit welcher Verantwortung Du Deine Rollen spielst, würd ich nicht anders machen,- Kompliment !
Gruß
Christian
Am 10. September 2008 um 02:48 Uhr
soy de mexico
te admiro
eres muy bella
te deseo que seas muy feliz
I am of Mexico I admire to you you are very beautiful I wish you that you are very happy
Ich bin von Mexiko, das ich zu Ihnen bewundere, Sie ich wünschen Sie sehr schön sind, dass Sie sehr glücklich sind
i love you karoline
Am 17. September 2008 um 22:45 Uhr
das hört sich wirklich sehr interessant an (nicht “interessant im sinne von “gääähn…”, sondern wirkllich bemerkenswert)! ich bin schon gespannt. viele grüße,
kat
Am 25. September 2008 um 19:09 Uhr
die premiere „im winter ein jahr“ beim filmfestival in toronto ist ja vollbracht und im internet kann man nachlesen von der schönsten überraschung (was die deutschen beiträge betrifft) bis hin von schön gemacht, aber nichts neues trotz hervorragende darsteller und dialoge. hier zu lande muss man ja noch einige wochen warten, was ich total doof finde
zum neuen filmdreh kann man karoline nur beglückwünschen, wieder eine interessante filmrolle und ich hoffe der film bekommt ein hauch von internationaler qualität. das thema hätte es verdient.
und natürlich würde ich gerne wissen ob der hochsprungrekord von einen meter dreiundzwanzig geknackt wurde
Am 30. September 2008 um 13:56 Uhr
http://www.netzeitung.de/entertainment/movie/1171059.html
Am 12. Oktober 2008 um 21:54 Uhr
Moin, Moin, Karoline,
aus dem hohen Norden Deutschlands meinen Glückwunsch zu Deinem neuen Filmprojekt ‘Berlin 1936′ (‘Stille Stars’) über das Schicksal der deutsch-jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann! Ich bin davon überzeugt, dass diese Rolle mit Dir wirklich sehr gut besetzt ist.
In dieser Woche konnte ich am Drehort Itzehoe (Holstein) als Komparse (Olympia-Zuschauer) dabei sein. Dies war für mich eine völig neue und absolut interessante Erfahrung, und es hat mir obendrein viel Spaß gemacht. Ich bin sehr gespannt auf den Film, auch wenn es noch eine halbe Ewigkeit bis zur Weltpremiere dauert…
Ich wage schon jetzt die Prognose, dass dieses Werk in die deutsche Vorauswahl für eine Oscar-Nominierung ‘Bester fremdsprachiger Film’ kommt.
Warum? Am Beispiel der heute 94jährigen Gretel Bergmann, einer Spitzensportlerin vergangener Tage, wird die jüngere deutsche, britische und US-amerikanische Geschichte in besonderem Maße lebendig.
Wenn es wirklich soweit kommen sollte, hast Du neben Sebastian Urzendowski und allen anderen, die vor oder auch hinter der Kamera dazu beigetragen haben, Deinen ganz persönlichen Anteil daran. Ich wünsche Dir dafür und auch für Deine weiteren Vorhaben alles Gute!
Viele Grüße
Guido aus Itzehoe
Am 5. November 2008 um 21:11 Uhr
Liebe Karoline,
einen herzlichen Gruss aus Wilmersdorf! Erinnerst du dich noch an den Film “Anemonenherz” von J. Dahse? Wir haben dazu (vor 4(?) Jahren) die Tangosequenz in Kreuzberg vorbereitet. Die Szene war klasse nachher im Film, den ich viel später bekam. Dich jetzt in Filmen wie “Das Parfum” zu sehen ist natürlich eine andere Dimension – du hast dich mächtig entwickelt. Vielleicht treffe ich dich mal an einem Roten Teppich und bekomme ein Autogramm auf meine DVD?!
Alles Gute für deine weiteren Projekte,
harald d.
Am 3. April 2009 um 10:33 Uhr
Hallo Karoline,
vielen Dank, dass Du als Schauspielerin zur Realisation dieses wichtigen Films beigetragen hast. Ich verfolge Deine Karriere schon etwas länger, seitdem Du damals unter anderem gemeinsam mit Max Riemelt in “Mädchen, Mädchen” gespielt hast, um genau zu sein, und bin immer wieder fasziniert, wie wandlungsfähig unsere jungen deutschen Schauspieler sind.
Die Lebensgeschichte der Gretel Bergmann und ihre Zeit bei den XI. Olympischen Spielen 1936 sind mir als Historiker und Autor eines Buchs über die Berliner Stadtgeschichte natürlich bekannt. Nichtsdestotrotz bin ich aber gespannt, wie Kaspar Heidelbach – gewisser Maßen in der Nachfolge Leni Riefenstahls – filmisch mit dem Thema umgegangen ist und wie gut es Dir gelungen ist, die Bergmann zu verkörpern.
Natürlich habe ich es mir, nachdem die Ankündigung über den Presseverteiler kam, nicht nehmen lassen, über den Film zu bloggen (http://www.michael-hensch.de). Über einen Gegenbesuch würde ich mich freuen.
Weiterhin alles Gute
Michael Hensch
Am 7. Mai 2009 um 20:16 Uhr
Gretel Bergmann hat nicht an den Olympischen Spielen 1936 teilgenommen. Sie wurde vorher von der Sportbehörde aus dem Kader gestrichen, weil sie angeblich nicht in Form war. Dies geschah allerdings erst, als die US-Mannschaft schon auf dem Weg nach Deutchland war. Somit musste man nicht mehr mit den angedrohten Boykott rechnen.
Am 21. August 2009 um 10:26 Uhr
Ich las heute in unserer Tageszeitung von der Ankündigung des Films über Gretel Bergmann. Ich hatte noch nie etwas über dieses Thema gehört und bin nun beim Recherchieren. Dabei stieß ich auch auf diese Seite.
Aber ist es nicht ein bisschen peinlich,Sie schreiben: “…die als Jüdin an den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin teilnahm….”
Sie nahm eben NICHT teil. Gerade das ist das Problem.
Am 21. August 2009 um 10:55 Uhr
@Christina und @Johannes Gerdes: Ist vielleicht ein wenig unglücklich formuliert, aber so falsch nun auch wieder nicht. Gretel Bergmann wurde von den Nazis wie andere jüdische Sportler unter Drohungen gegen ihre Familie zur Olympia-Teilnahme aus dem Exil zurückgeholt. In Deutschland angekommen wurde ihr die Startberechtigung wegen angeblich unbeständiger Leistungen wieder entzogen. Dennoch erlebte sie den Hochsprung-Wettbewerb im Stadion, nachdem man ihr “großzügig” eine Stehkarte spendiert hatte.
Aber um jedes Mißverständnis zu vermeiden, nutze ich mal meine Administratorenrechte um die Formulierung zu korrigieren.