Karoline Herfurth
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    Film heißt warten – auch für die Presse

    Von Holger | 12.Mai 2007

    Holger – Das ZDF hat am Donnerstag Journalisten zu Pressekonferenz und Fototermin mit den Machern vom “Wunder von Berlin” eingeladen – zu denen mit ihrer Hauptrolle auch Karoline Herfurth gehört. Für die Lübecker Nachrichten war Petra Haase dabei. Ich hab sie gebeten, hier mal ihre Eindrücke von der Pressekonferenz im allgemeinen und Karoline Herfurth im Besonderen widerzugeben. Hier ihr Bericht:

    16. 30 Uhr Fototermin im Berliner Polizeipräsidium für den ZDF-Film “Das Wunder von Berlin“. Mist, Stau, ich komme zu spät.  Ist aber nicht so schlimm bei  Terminen mit Filmleuten, die fangen eh immer später an. 16.45 Uhr bin ich da – die Schauspieler allerdings noch nicht. Dafür an die 40 Fotografen. Wir stehen in einem engen Flur, der (auch ohne die Dekoration mit Honecker-Bild und DDR-Wimpel) noch echten DDR-”Charme” ausstrahlt. Olles Linoleum auf dem Boden, bröckelnder Putz an den Wänden. Einige Fotografen sind nervös (“Ich hab’ gleich den nächsten Termin”), die Damen von der Presseagentur und vom ZDF versuchen zu besänftigen. 

    Na endlich, zehn Minuten später kommen die Filmhelden:  Neben Karoline  (in Jeans, T-Shirt und Jeansjacke sehr mädchenhaft) Veronica Ferres (erstaunlich schlank mit rotbraun getöntem Haar), Heino Ferch (mit Hornbrille und 50er-Jahre-Haarschnitt erst gar nicht zu erkennen), ) Kostja Ullmann (Karolines Film-Geliebter in DDR-Uniform) und Gesine Cukrowski. Die Fünf stellten sich in  Position, setzen wie auf Knopfdruck ein Lächeln auf und sind fertig “zum Abschuss”.  Ich muss mich hinten an die Fotografenschlange anstellen. Immer fünf Fotografen werden jetzt vor die Gruppe geführt, die Schauspieler lächeln jeweils einmal in jede Kamera. Fünf Minuten später, als ich vor der Gruppe stehe, immer noch das gleiche Lächeln. Ich bin froh, dass ich hinter der Kamera stehe und nicht davor.

     Gruppenfoto
    Gruppenbild: Gesine Cukrowski, Heino Ferch, Karoline Herfurth, Veronica Ferres, Kostja Ullmann (von links). Foto: Petra Haase/LN

    Das war die erste Runde. Es folgen Aufnahmen mit Schauspielern und Regisseur, Einzelaufnahmen mit Ferres/Ferch und Herfurth/Ullmann. Und immer: lächeln. Gehört halt zum Job.  Ich will die ganze Szenerie von der Treppe aus von oben fotografieren und werde zurückgepfiffen. Die Produktionsfirma bestimmt sehr genau, welche Motive von wo aus geknipst werden dürfen.  

    Fünf gegen Fünf: Schauspieler und Pressefotografen
    Fünf gegen Fünf: Schauspieler und Pressefotografen. 
    Foto: Petra Haase/LN 

    Nach einer halben Stunde sind endlich alle Bilder im Kasten, es geht zum Pressegespräch unten in die Kantine, wo die Wortjournalisten sich schon mit Schnittchen (Salami, Käse, Lachs), Buletten, Petit Fours, Kaffee, Cola und Wasser die Zeit vertrieben haben. Auch sie wissen: Beim Film verbringt man die meiste Zeit mit Warten, und bei Presseterminen mit Filmleuten meist auch. Ich blättere kurz das Presseheft durch, wir werden bestens mit Infos gefüttert: alles zum Film, zu den Hauptdarstellern, zur Produkton, ein paar O-Töne vom Regisseur und Produzenten. Eigentlich könnte man jetzt schon gehen und einen brauchbaren Artikel verfassen (kalt schreiben, sagen wir Journalisten dazu). Aber natürlich will man sich einen persönlichen Eindruck verschaffen,  Fragen stellen, die Leute beobachten.

    Ich habe vorher gegoogelt, wer denn eigentlich aus dem Osten kommt, denn dort spielt der Film. Das sind immerhin der Drehbuchautor, Karoline Herfurth und Michael Gwisdek. Dazu bieten sich natürlich Fragen an. Wie haben sie die Situation damals empfunden, wie hat Karoline Herfurth sich in die DDR-Zeit reingearbeitet. Auch an den West-Regisseur Roland Suso Richter - wie und warum er ein Ost-Thema umsetzt.

    Aber vor dem Frage-Antwortspiel reden erst mal Produzent, Regisseur und die Schauspieler. Sie erzählen, wie sie den Mauerfall erlebten. Meine wichtigsten Fragen sind beantwortet und die speziellen, gerade an Karoline Herfurth, werde ich doch nicht  vor allen anderen Reportern stellen, sondern später einzeln mit ihr besprechen. Schließlich will man ja exklusive Statements haben.

    Es werden noch Fragen zur Geschichte des Film (der authentisch ist) gestellt und zu Ost-Erfahrungen der West-Schauspieler. Und dann, sorry liebe Journalisten, müssen die Schauspieler zum Drehen. Ich glaube, sie sind froh. Aber jetzt ist leider nix mehr mit persönlichen Fragen. Also muss man dann halt selbst seine Beziehungen spielen lassen und Kontakte suchen, um eine eigene Geschichte draus zu machen, und das hat dann schon mehr mit Journalismus zu tun.

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    Der Beitrag wurde am Samstag, den 12. Mai 2007 um 19:23 Uhr von Holger veröffentlicht. Sie können die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.


    Topics: Bildschirm, Presse

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