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Bühnenreif
Von Karoline | 5.August 2008
Mir wurde die Frage gestellt, wie man denn als Schauspieler an Theaterrollen kommt, ob es wie beim Film Castings gibt.
Also für Theaterrollen spricht man im Allgemeinen vor. Aber es gibt auch andere Wege: Ein Regisseur oder Intendant ist interessiert und schaut sich ein laufendes Stück an, in dem der Schauspieler spielt. Oder man ist mit Regisseuren oder Intendanten bekannt, die einen schon von der Bühne kennen und daraus ergibt sich eine Zusammenarbeit.
Aber der richtige Weg ist das Vorsprechen für einen Platz im festen Ensemble. Wenn man aufgenommen wird, erfährt man immer zu Beginn der Spielzeit, in welche Rollen.
Bei mir war es der Fall, dass die Regisseurin von Liliom bei meinem Intendantenvorspiel an der Ernst Busch auf mich aufmerksam geworden ist und mich gefragt hat, ob ich die Rolle der Julie übernehmen möchte. So war das. Mal sehen wie es weitergeht.

Am 27. November 2008 um 22:25 Uhr
Hallo Karoline,
Liliom habe ich ja leider verpasst. Hätte aber vermutlich sowieso nicht nach Weimar kommen können. Daher interessiert es mich, ob für 2009 schon Planungen vorliegen, erneut auf der Theaterbühne zu stehen. Vielleicht in einer Neuaufführung von Liliom, oder in einem anderen Stück.
Vermutlich wirst du ja nur in den Semesterferien Zeit haben bei Film oder Theater mitzuwirken, da dein Studium sich nicht von alleine schafft.
Vor Jahren hatte ich mal Gelegenheit im US Army Theater Center Stuttgart dabei zu sein. Dort wurden meist auch private Videoaufnahmen des gespielten Stückes gedreht. Falls solche Aufnahmen von Liliom existieren, wäre ich an einer DVD interessiert, denn es wäre mal interessant, einen Vergleich zwischen Bühnenrolle und Filmrolle mitzuerleben.
Meiner Vermutung nach dürfte das schon ein ziemlicher Unterschied sein, ob eine Rolle für Film oder Theater gespielt wird.
Wie schaffst du es, in eine Rolle zu schlüpfen, die vielleicht deiner eigenen Persönlichkeit ziemlich zuwider läuft?
Im Film geht es ja noch einigermaßen, da szenenweise gedreht wird, aber auf der Theaterbühne muß die Rolle dann ja voll durchgespielt werden. Gibt es da Methoden, die es einem erleichtern, sich in eine Rolle hineinzudenken, die Figur zu fühlen, zu spüren und lebendig werden zu lassen?
Denn meiner Meinung nach sieht schauspielen einfacher aus, als es tatsächlich ist. Zumindest mir gehts so, daß wenn ich mich bemühe eine Rolle zu spielen, ich doch sehr schnell wieder in mein Ich zurückfalle und ganz froh bin, wenn ich wieder ich sein kann.
Wobei zwischen laienhaftem so tun als ob und richtiger Schauspielkunst, sicher Welten liegen. Darum wirken manche Darsteller auch so hölzern, weil ganz klar ist, daß da xyz so tut, als ob er jemand anders wäre, während in “Im Winter ein Jahr” tatsächlich Lilli Richter auf der Leinwand zu erleben ist.
Schönen Abend
Trauminsel
PS: Falls jemand ein Forum kennt, wo man sich über Schauspielerei und Schauspielkunst unterhalten kann, würde ich mich sehr freuen, davon zu erfahren.
Am 28. November 2008 um 20:10 Uhr
Edit: Den ersten Teil konnte ich inzwischen soweit möglich selbst recherchieren.
Liliom steht ja noch auf dem Spielplan, also besteht die Chance, das Stück noch zu sehen.
Besteht nur noch das Problem von Stuttgart nach Weimar zu kommen.
Mal sehen ob ich das hinbekomme. (Ist eben nicht gerade um die Ecke von hier.)
Soweit ich bisher mitbekommen habe, soll es sich aber lohnen.
Schönes Wochenende
Trauminsel
Am 6. Dezember 2008 um 21:32 Uhr
Wäre gerne nach Weimar gefahren, konnte aber leider nicht. Naja, vielleicht ein andermal.
Dafür gibts nachher eben eine DVD aus der Videothek in meiner Nähe.
Schönes Wochenende
Trauminsel
Am 19. Dezember 2008 um 15:24 Uhr
Viel Erfolg und einen angenehmen Auftritt.
Wäre schön, aus Künstlersicht eine Vorstellung mitzuerleben, wenn es schon nicht möglich ist als Zuschauer teilzunehmen.
Alles Gute
Trauminsel